EXPEDITION AM ELBRUS - RUSSLAND 2007

Feb 02, 2007
EXPEDITION AM ELBRUS - RUSSLAND 2007
 

VOLLER ERFOLG DER SAS-EXPEDITION AM ELBRUS (5'642M)


Vom 14. bis zum 28. April 2007 waren 21 SAS-ler, Gäste und Bergführer im russischen Kaukasus unterwegs, mit dem Ziel, den höchsten Berg Europas zu bezwingen. 
Der 5642m hohe Elbrus ist bekannt für seine stürmischen Winde. Im April 2007 erschweren auch noch blank gefegte Eisflächen oberhalb der Moränen den Aufstieg.
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ULLA TAU CAMP

​Nach der Anreise über Moskau flogen wir weiter nach Mineralnye Vody, wo wir auf einen Bus umstiegen und in das Baksan Tal gefahren wurden. Die ersten Tage verbrachten wir in einem abgelegenen Gebirgs- und Sportausbildungscamp (Ulla Tau im Adyrsu-Tal).
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FAHRZEUGLIFT

​Die Anfahrt in dieses Lager war spektakulär. Nicht nur die vielen Passkontrollen sondern auch schon der rund 30m hohe Fahrzeuglift, der unsere Gefährte über einen Felsriegel hob, testeten unsere Nerven zum ersten Mal. 
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TOUREN IM ADYRSU-TAL

​In dem russisch-georgischen Grenzgebiet unternahmen wir tägliche Touren, bis auf gut 3700m, soweit es die spärlichen Schneeverhältnisse, die entsprechend klaffenden Gletscherspalten und die politische Situation zuliessen. Die Wetterlaunen lernten wir ebenfalls kennen. So war es nicht unüblich, dass innert kurzer Zeit, eitel Sonnenschein in dicken Nebel wechseln konnte. 
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HOTEL OZON

​Nach vier Tagen verliessen wir dieses kleine Seitental und liessen uns im Hotel Ozon in der Ortschaft Elbrus verwoehnen. Das Outdoor-Jacuzzi war eine willkommene Abwechslung zu der Einmann-?Dusche? im Bergsteigercamp. Andererseits blieb die liebevolle Kueche von Nina unerreicht.
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GONDELBAHN

​Es folgte eine erste Erkundung des eigentlichen Tourenziels: Von der Talstation brachte uns eine quietschende Gondelbahn bis zur Bergstation ?MIR? auf 3450m. 

PRIUT 11

​Da der folgende Sessellift mal wieder nicht in Betrieb ist, steigen wir mit den Skiern zu den weltberühmten ?Garabaschi?-Tonnen auf. Wir besichtigen unser zukünftiges Höhenlager, da seit einem Brand 1998, die eigentliche Hütte (Priut 11) nur durch ein ungeheiztes Lager (Diesel-Hütte, 4100m) ersetzt wurde. Das erste Höhentraing führte uns bis an das Ende der Moräne auf rund 4300m. Aufgrund der extrem mageren Schneeverhältnisse, zeichnet sich schon jetzt eine schwierige Situation in den oberen Gebieten ab. Das blank gefegte Eis lassen eine Besteigung mit den Skiern unmöglich zu. 
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CHEGET

Am folgenden Tag gönnen wir uns eine einfache Skitour und stiebende Freeride-Abfahrten im gegenüberliegenden Cheget Skigebiet. 
 
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PASTUCHOV

​Tagsdarauf stiegen wir nochmals in die Höhe (bis zu den Pastuchov-Felsen, 4700m) auf. Hier zeigte uns der Berg wieder seine rauhe Seite. Stürmische Winde peitschten uns Triebschnee ins Gesicht. Als Erinnerung hatten einige leichte Frostbeulen.... 

GARABASCHI TONNEN

Nach einer letzten Nacht im Hotel brachen wir am Sonntag früh zur eigentlichen Besteigung auf: Mit der Gondel hoch und installieren in den Tonnen. Es ist ziemlich kalt (knapp 6 Grad C im Aufenthaltsraum und in den beheizten Schlafkabinen). Die aktuelle Wettersituation lassen einen Gipfelvorstoss am Montag nicht zu, so dass am Morgen angeregt durch das Leben in einem Fass genügend Zeit zum Philosophieren bleibt. Nach einem Steigeisen- und Fixseiltraining beschliessen wir den Abstieg ins Hotel.
Am Dienstagmittag wiederum Aufstieg zu den Tonnen, wobei sich am späteren Nachmittag das von Meteotest angekündigte Wetterfenster mit einem aufreissenden Himmel ankündigte. 
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RATRAC

Am Mittwoch morgen fallen noch einige Schneeflocken während wir mit dem Ratrac ans obere Ende der Moräne transportiert werden. Da die vermeintliche Skitour zu einer rund elfstündigen Steigeisentour mit gut 1300 Höhenmetern gezwungen wurde, gönnten wir uns diese Erleichterung. 
 
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ELBRUS - GIPFELERFOLG

Schon in den Pastuchov Felsen kündigt sich dann ein wolkenloser und windstiller Tag an. Die dünne Schneeschicht auf dem blanken Eis macht das Aufsteigen etwas einfacherer und sicherer. Die unendlich lange Traverse in den Sattel zehrt ein erstes Mal an Körper und Seele. Dennoch kommen wir gut voran und erreichen gemeinsam den Sattel. Nach kurzer Rast erleichtern wir uns von überflüssigem Balast und erklimmen die letzten 200m bis zum Gipfel, der kurz nach 12 Uhr von allen Teilnehmern erreicht wurde.
Der Abstieg mit den Steigeisen war zermürbend und manch einer wünschte sich die Schneeverhältnisse des Sommers 1971, als die erste SAS-Expedition an diesem Berg erfolgreich war und von herrlichen Sulzschneeabfahrten berichtete. Wie geplant, erreichten wir kurz nach vier Uhr wieder unser Lager und wurden von den beiden Köchinnen Olga und Galina nicht nur mit einem ausgiebigen Imbiss, sondern auch mit eigens angefertigten Torten verwöhnt. Bei der abschliessenden Abfahrt ins Tal mussten wir zeitweise durch stockdichten Nebel kämpfen, der glücklicherweise erst jetzt aufzog. Beim Apero in Sauna und Jacuzzi waren die Beschwerden jedoch rasch vergessen. 

HELISKIING

​Den letzten Tag im Kaukasus verbrachten wir mit Heliskiing. Leider war der Champagner-Powder von einer 2cm dicken Eiskruste wohlbehütet verdeckt, so dass der Rundflug in der riesigen russichen MI-8 mit offenen Fenstern weit mehr Erlebnis bot als die Abfahrten. 
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MOSKAU

Noch am selben Nachmittag brachen wir zur Rückreise nach Moskau auf. Am Freitagmorgen erfolgte das Sightseeing der russischen Metropole. Als krönender Abschluss besuchten wir die Oper ?Godunov? im Bolschoi Theater oder das Bolschoi-Ballet mit ?Sleeping Beauty? im Kreml Theater.
Am Samstagmorgen kehrten alle Teilnehmer wohlbehalten und mit einem riesigen Berg an schönen Erinnerungen nach Zürich zurück. An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller bei den beiden Organisatoren Christoph Jezler und Jürg Schweizer, den beiden Bergführern Ruedi Kellerhals und Pius Henzen und unserem Kultursponsor, Ivan Wagner, ganz herzlich bedanken. 
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