VARIANTENWOCHENENDE - DAVOS 2014

Feb 01, 2014
VARIANTENWOCHENENDE - DAVOS 2014
 
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Am Samstag des ersten Februar Wochenende trafen sich 19 Mannen an der Talstation der Rinerhornbahnen in Davos ein, um sich gemeinsam auf die Spuren eines Formel-1 Fahrers abseits der markierten Pisten zu begeben. Die erste Abfahrt konnte nach einem kurzen Aufstieg bei ansprechenden Wetter- und Schneebedingungen in Angriff genommen werden. Auch die letzte Talfahrt vor dem verdienten Mittagsschmaus startete mit Aufstieg (sollte die gewählte Formulierung den Anschein erwecken, dass zwischenzeitlich noch weitere Fahrten vorgenommen wurden, so ist dies ein Trugschluss). War der Schnee im oberen Teil noch gut, verwandelte sich dieser bis zum Erreichen des Talbodens zu nassem Zement, der die Skis umklammerte, um nicht zu sagen, den Wintersportlern schon beinahe von den Füssen riss. Am Nachmittag ging es aufs Jakobshorn und von dort ins Dischmatal. Der Höhepunkt dabei waren die plötzlichen Blutspuren in Urs Jägers Gesicht. Die initiale Diagnose einer intrazerebrale Blutung als Folge der rasant vorgenommenen Höhenmetervernichtung erwies sich glücklicherweise als unzutreffend. Wie sich herausstellen sollte, hatte Urs bei der morgendlichen Körperhygiene die Klinge zur Entfernung der Gesichtshaare etwas zu salopp geschwungen. Der sich dabei zugefügte Schnitt war in der trockenen Luft aufgeplatzt und hatte wieder zu bluten begonnen. Nach entsprechender Entwarnung konnten auch noch die letzten Höhenmeter vertilgt und der skifahrerische Teil des Tages beschlossen werden. Am Samstagabend wurden alle Teilnehmer von Philipp Weber und seiner Lebenspartnerin Dodo zu einem herrlichen Apéro in ihrem schönen Zuhause hoch über Davos eingeladen, bevor es zu einem gemütlichen Nachtessen ein weiteres Mal ins Dischmatal ging. 
Der Himmel war verhangen und es schneite noch etwas, als sich die schon durch erste Abgänge ausgedünnte Truppe, die Spekulationen der Gründe dafür sind vielfältig, am Sonntagmorgen traf. Die Entscheidung der Bergführer, auf der Pischa zu starten, erwies sich als ausgezeichnet, denn die teilweise durchblinzelnde Sonne erlaubte es den Blindflug zeitweise zu unterbrechen. Nach ersten Aufwärmfahrten, einer längeren Querung und einem Aufstieg mit gebuckelten Skis ging es so richtig los. Die Abfahrt von ca. 1‘000 Höhenmeter übers Hüreli nach Laret stand bevor. Diese wird von Ortskundigen auch „dr Giraff“ genannt. Während des ersten Teils der Talfahrt war der Nebel so dicht, dass sich einige verunsicherte Teilnehmer wiederholt bei den Führern erkundigten, bei welchem Körperteil des Giraff man denn zwischenzeitlich schon angekommen sei. Die Versuchung lag nah zu sagen, man sei am Arsch, wären da nicht die ausgezeichneten Ortskenntnisse und Navigationsfähigkeiten der Bergführer gewesen, die alle Teilnehmer sicher zum Talboden und zum redlich verdienten Mittagessen beim Kessler auf dem Wolfgang führten. Die gemütliche Kalorieneinnahme und dem fehlenden Durchblick des Vormittags in den Gliedern, verdünnte sich die Mannschaft ein weiteres Mal, sodass noch 6 Unverfrorene das Nachmittagsprogramm auf der Parsenn in Angriff nahmen. Die letzte Abfahrt führte zuerst das Dorftäli hinunter, wo sich heimtückisch viele Steine knapp unter dem Schnee versteckten. Dann zwischen den Lawinenverbauungen des Dorfbergs vorbei und zu guter Letzt, das mit auf wundersame Weise mit luftigem Pulverschnee gefüllte Meierhofer Tälli zum Wolfgang hinunter. 
Abschliessend sei Philipp Weber für die minutiöse Organisation und seine Gastfreundschaft, den Bergführern Jann Kühnis und Marco Lippuner für die umsichtige Führung wie auch der Stiftung Alpinismus für die mehrheitliche Übernahme der Führerkosten herzlich gedankt. Viele der Anwesenden freuen sich schon jetzt auf die nächste Ausgabe dieses Anlasses. Diese wird wieder in Davos stattfinden, denn Philipp kündigte während des Apéros an, dass er das Variantenwochenende solange in Davos organisieren werde, bis sich dieses den Teilnehmenden von seiner besten Seite präsentieren werde, Pulverschnee und Sonnenschein. Was die Schreiber und Fotografen angeht, so kann es noch manches Jahr schneien und neblig sein. 
Vive le SAS, 
Ueli Moor, Guolf Gattiker und Marcel Müller.

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