
"Wintersportler werden im Sommer gemacht"
Eine Bewegungsanalyse visualisiert Bewegung, Beweglichkeit und Kraft. Freizeit- und Leistungssportlerinnen und -sportler können sich damit optimal für die nächste Saison vorbereiten.
Ob Leistungssportlerinnen jedes Winterwochenende ein Skirennen fahren oder Hobbylangläufer beim «Engadiner» unter den Besten sein wollen: Für diese Ziele sind der Bewegungsapparat und damit Bewegung, Beweglichkeit und Kraft entscheidende Ressourcen. Eine Sport-orientierte Bewegungsanalyse bietet eine optimale Grundlage, aus denen sich personalisierte Empfehlungen für Training und Wettkampf ableiten lassen.
Aussagekräftige Untersuchungsmethode in der Sportmedizin
«Von einer Bewegungsanalyse können wettkampforientierte Skifahrerinnen oder ambitionierte Freizeitsportler gleichermassen profitieren», sagt Professor Johannes Scherr, Sportmediziner der Universitätsklinik Balgrist. Die 3D-Untersuchung wird mittels moderner Messsysteme durchgeführt und kann individuelle Schwächen und Defizite aufdecken, aber auch das Leistungspotenzial zeigen. «Mit Hilfe von Infrarotkameras, Kraft- und Druckmessplatten und Elektromyographie können wir bewegungs- und belastungsspezifische Abläufe exakt und individuell darstellen. Ergänzend zur Ausdauer-Diagnostik können wir so weitere leistungsrelevante Informationen gewinnen.»
Verletzungen vorbeugen
Anhand des mediengestützten Feedbacks können die Sportlerinnen und Sportler ihr Trainingsprogramm präventiv individuell anpassen. Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass damit Verletzungen und Belastungsschäden verhindert werden können. Eine Bewegungsanalyse kann beispielsweise eine muskuläre Dysbalance aufdecken. Passt ein Nachwuchsskifahrer sein Training entsprechend an, kann er Folgeschäden und Verletzungen vorbeugen.
Bewegungsökonomie verbessern
«Auch gibt uns die kombinierte und gleichzeitige Erfassung mehrerer Belastungsnormativen, wie zum Beispiel eine Bewegungs-, Lauf- und funktionale Leistungsdiagnostik, wichtige Anhaltspunkte für die Verbesserung der individuellen Bewegungsökonomie», betont der Sportmediziner. Dies ermöglicht sportartspezifische Analysen, die relevanten Schwachstellen werden evaluiert, und zwar nicht nur nach Verletzungen, sondern auch im Sinne einer präventiven Trainingsplanung zwecks Leistungssteigerung.
Im Sommer den Winter vorbereiten
Nach dem idealen Zeitpunkt für den bewegungsanalytischen Ansatz gefragt, verweist Johannes Scherr auf das Ende der Wintersaison: «Idealerweise nutzen Sportlerinnen und Sportler die Aprilpause für Ferien und dann direkt danach die Zeit zu einem gezielten Aufbau der Athletik, inklusive einer Bewegungsanalyse». Dann können sie im Mai mit einem angepassten Grundlagenausdauertraining und im Juni mit dem individuellen Krafttraining starten, bevor sich die Athletinnen und Athleten im Juli und August wieder sportspezifisch auf Schnee für die Wettkämpfe vorbereiten.
Athletische Leistung steigern
Die Erkenntnisse aus der Bewegungsanalyse ermöglichen es, die richtigen Weichen für Training und Wettkämpfe zu stellen. Sportmediziner Scherr betont: «Je besser jemand athletisch ist, desto mehr Trainingsläufe kann er in der Vorbereitung absolvieren und desto besser lässt sich die Skitechnik optimieren». Eine Bewegungsanalyse hilft dabei, das Potenzial zu erkennen und zeigt individuelle Wege es zu erreichen.
Bewegungsanalyse Zürich
Das Universitäts-Kinderspital Zürich und die Universitätsklinik Balgrist betreiben ein gemeinsames klinisches Bewegungsanalyselabor. Es bietet Untersuchungen für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene mit Bewegungsstörungen an. Analysen im Bereich Sport sowie für die betriebliche Gesundheitsvorsorge ergänzen das Angebot. www.bewegungsanalysezuerich.ch
Eine Bewegungsanalyse kann Wintersportler von grossem Nutzen sein
- Prävention von Verletzungen und Belastungsschäden
- Haltungs-, Technik-, Bewegungs- und Leistungsoptimierung
- Return-to-Sport nach Verletzungen oder Operationen
- Andere Sport-assoziierte Fragestellungen
Prof. Dr. Johannes Scherr ist Chefarzt des Universitären Zentrums für Prävention und Sportmedizin. Der Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkttitel Sportmedizin ebenfalls ärztlicher Leiter der Bewegungsanalyse Zürich.
