Lukas Brawand:

  • Geboren am 13. Juni 1994
  • Aufgewachsen in Luzern
  • Präsident SAS Basel
  • Digitales Marketing & Kommunikations Assistent bei der FIS
  • Ehemaliger Skifahrer im Nationalen Leistungszentrum Mitte der Sportschule Engelberg
  • Bachelor in Sportwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften (Universität Basel)
  • Master off Advanced Studies (MAS) in Sportsmanagement am AISTS


Interview vom 16. September 2021 mit Lukas Brawand (Präsident SAS Basel), geführt von Miro Vuille (SAS FR, ComCom)

 

Du bist ehemaliger Skirennfahrer, arbeitest bei der FIS und bist Präsident des SAS Basel. Der Stellenwert des Skisports wird dabei sofort klar. Wie kommt es dazu?

Es scheint, als zieht sich der Skisport wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich verdanke dies meinen Eltern, sie haben mir ohne Druck einen aktiven und sportlichen Lebensstil vorgelebt - man nennt es auch den helvetischen 5-Kampf: Velofahren, Wandern, Schwimmen, Joggen und Skifahren. Das Skifahren lag mir dann einfach besonders gut. Ich habe also durch meine Eltern die Leidenschaft für den Skisport entdeckt und dann nie mehr losgelassen. 

In deiner Ausbildung hast du auch bereits früh die Weichen Richtung Sport gelegt und hast die Sportmittelschule Engelberg besucht. Wie war es für dich, Schule und Spitzensport zu verbinden?

Ich hatte damals viel Glück. Nur durch eine sehr gute sportliche Leistung an der
Aufnahmeprüfung konnte ich an der Sportmittelschule Engelberg aufgenommen werden. Die duale Karriere mit Schule und Sport war für mich bereits als 14-jähriger ein Traum. Dies bedeutete aber auch, dass ich von zuhause weg ins Internat nach Engelberg gezogen bin, was für meine Eltern ein schwieriger Schritt war. Trotzdem haben sie mich unheimlich unterstützt. Sechs Jahre (zwei Jahre Sekundarschule und vier Jahre Gymnasium) habe ich in Engelberg verbracht - eine Zeit, die mich enorm geprägt hat. Heute noch pflege ich einen guten Kontakt zu den ehemaligen Trainern und der Schulleitung. Engelberg hat mir auch die Werte für den Wettkampfsport vermittelt. Für mich war es eine Lebensschule.  

Nun bleibst du dem Sport erhalten, gehst aber in Richtung des Managements. Bist du lieber Sportler oder Manager?

Ich bin am liebsten hybrid, also ambitionierter Sportler in der Freizeit und Unterstützer des FIS- Managements bei der Arbeit. Auch wenn es sich gut anhört, sehe ich mich momentan noch nicht als Manager. Ich bin aber dankbar für das Vertrauen, welches ich bei der FIS bekomme und dass ich mich bei spannenden Projekten einbringen kann. Es macht mich glücklich, privat und beruflich meiner Leidenschaft des Skisports nachzugehen. Dies treibt mich täglich an, in guten wie in schlechten Zeiten.
 
Nun zur Universiade. Du bist Luzerner und nun kommt die Universiade nach Luzern. Was bedeutet das für die Stadt Luzern?

Zum ersten Mal seit 60 Jahren findet die Winteruniversiade wieder in der Schweiz statt. Die Winterweltspiele für Studierende sind natürlich eine einmalige Plattform für die Stadt Luzern. Wenn ich sehe, was vor kurzem der Ironman-Event in Thun an Begeisterung ausgelöst hat ist dies ein gutes Beispiel dafür, was ein Multisportanlass an positivem für die Bevölkerung in der Stadt Luzern auslösen kann. Luzern hat nun die Chance, eine gute Etikette abgeben zu können.

Die Universiade hat auch für dich eine gewisse Bedeutung. Du verfolgst an dieser Universiade noch ein anderes Sportprojekt (SSF - Swiss Sports Future). Um was handelt es sich genau?

Seit einiger Zeit machen sich die Initianten vom Verein Swiss Sports Future (SSF), das sind Ivan Wagner und ich vom SAS, gemeinsam mit den SSF Teammitgliedern Urs Mäder (SSF Co-Lead), Direktor der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen (EHSM), Jürg Stettler (SSF Co-Lead), Vizedirektor Departement Wirtschaft der Hochschule Luzern (HSLU) und Mike Kurt, Präsident Swiss University Sports (SUS) Gedanken über aktuelle Herausforderungen im Sport. Dabei geht Swiss Sports Future der folgenden Schlüsselfrage nach: Was kann der Wettkampfsport mehr für unsere Gesellschaft beitragen? Am 17. Dezember findet im Rahmen der Winteruniversiade mit einer ausgewählten Zielgruppe die erste SSF-Tagung statt, die sich an drei Schwerpunkten orientieren wird:
-    Persönlichkeitsentwicklung im Wettkampfsport
-    Werte des Wettkampfsports
-    Gesellschaftlicher Nutzen des Wettkampfsports

Die SSF-Initiative ist eine unabhängige und neutrale Plattform und setzt sich die Förderung eines Wettkampfsportverständnisses in der Schweiz, welches auf die Persönlichkeitsentwicklung durch den Wettkampfsport, die Werte und den gesellschaftlichen Nutzen des Wettkampfsports ausgerichtet ist, zum Ziel.

Welchen Stellenwert bekommen Grossanlässe deiner Meinung nach im Wettkampfsport?

Wir bekommen alle mit, dass Grossanlässe intensiv und kontrovers diskutiert werden. Im Rahmen der SSF Tagung vom 17. Dezember werden wir auch darüber sprechen, was der Nutzen von Wettkampfsport und Grossanlässen in der Schweiz sein und was sie auslösen können. Als Beispiel verweise ich auf die Jugendolympiade in Lausanne, der man im Vorfeld gegenüber eher skeptisch war, im Nachhinein sich dann aber als grosser Erfolg herausstellte und grosse Begeisterung auslöste. Das Konzept der Eröffnungsfeier wurde von verschiedenen Organisationen begutachtet und ist bei allen sehr gut angekommen. Nicht nur die Eröffnungsfeier sondern generell ein Grossanlass hat Festivalcharakter und verkauft Begeisterung und Emotionen. Für einen Athlet ist und bleibt ein Grossanlass das non plus ultra. Dies gilt auch im Hinblick der Winteruniversiade für Studierende, die eine duale Karriere verfolgen, also insbesondere für SASler.

Du bist an einem Grossanlass (Jugendolympiade in Lausanne) auch bereits als Volunteer im Einsatz gestanden. Was hat dich dazu motiviert?

Als Volunteer ist man mittendrin statt nur dabei. Es ist ein einmaliges Erlebnis, vor Ort, auf dem Field of Play und in der Nähe der Athleten und Coaches zu sein. Egal in welcher Funktion man teilnimmt, es ist einfach eine super Erfahrung für Jung und Alt, weil man so nahe am Geschehen dabei ist. Man ist nicht nur Zuschauer, sondern mittendrin.

Wie siehst du die Bedeutung des einzelnen Volunteers für so einen Grossanlass?

Es ist auf allen Level das gleiche, sei es bei den Grossanlässen oder bei den SAS-Events - alles steht und fällt mit den ehrenamtlichen Helfern, die einen Anlass tragen und an allen Ecken und Fronten anpacken. Das ist das Phänomen eines jeden Anlasses. Es ist eine Zusammenarbeit von allen und auf allen Stufen, mit verschiedenen Kulturen. Das ist eigentlich auch was es ausmacht, die Faszination von Grossanlässen - mit Personen aus der ganzen Welt zusammenarbeiten.

Und bist du an dieser Universiade auch als Volunteer mit dabei?

Ich muss dies noch mit meiner Chefin abklären, ob mein Support an den Weltcuprennen, die kurz vorher und nachher stattfinden, gebraucht wird. Als SASler sind wir aber natürlich sehr nahe bei der Winteruniversiade, welche die Sportwelt und die akademische Welt verbindet. Wenn es irgendwie geht, bin ich sicher dabei und helfe mit.

Nun zur kommenden SAS-Saison. Auf was freust du dich besonders und gibt es auch etwas das dir Sorgen bereitet?

Ich freue mich natürlich bald beim SAS Opening mit dir und weiteren SAS-Kameraden und Kameradinnen anstossen zu können. Ein bisschen Sorge bereitet mir natürlich schon, dass uns die Pandemie auch noch in der kommenden Saison begleiten wird. Es wird nach wie vor eine Challenge sein, da es schwierig ist vorauszusehen, wie sich das entwickelt. Ich bin aber sehr positiv gestimmt und es ist wichtig, dass wir optimistisch bleiben. Wenn wir alle zusammenarbeiten, werden wir wieder tolle Events feiern können. Ich freue mich auf einzigartige SAS-Erlebnisse - auf und neben der Piste.

 

Foto: Lukas Brawand

 

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