Skihochtour aufs Finsteraarhorn

Published on August 5, 2022

Am Freitag, 6. Mai 2022 fand sich eine gut gelaunte Gruppe von Alpinistinnen und Alpinisten mit den Bergführern Toni Dinkel, Jonas Schild und Yannick Glatthard am Bahnhof Interlaken Ost zusammen, mit dem Ziel am nächsten Tag das gut 3500m höher liegende Finsteraarhorn (4274m), nota bene den höchst gelegenen Gipfel der Berner Alpen, zu erklimmen. 

Natürlich wurde dabei auch technische Hilfe beansprucht. Allerdings liess die Aussicht auf die dicke Nebelfront um die Gondel herum keine Euphorie aufkommen. Dies änderte sich schnell, als auf dem Jungfraujoch (3454m) schon erste Anscheine von Sonnenstrahlen zu erblicken waren. Definitiv mehr zur Freude aller Teilnehmenden haben die vorgefundenen Schneeverhältnisse mit frischem Pulverschnee beigetragen.

Zu Beginn gab es eine Abfahrt zum Concordiaplatz und von da aus ein Anstieg auf die Grünhornlücke (3279m). Spätestens zu diesem Zeitpunkt bemerkte auch der Schreibende, dass er zu viel warme Kleidung mitbrachte. Mit vollem Rucksack (die Vorgabe war nicht mehr als 8kg) ging es ein Stück hinunter zum Finsteraargletscher in teils schon aufgewärmt klebrigem Schnee und dann hoch zur Finsteraarhütte (3050m). Unter Aufsicht von Toni Dinkel konnten dann noch die verschiedenen Knoten auf der mit Sonne bestrahlten Terrasse üben.

Am Samstagmorgen ging es in drei Seilschaften zügig Richtung Frühstücksplatz (3616m). Um dem Ortsnamen auch gerecht zu werden haben wir dort eine Frühstückspause eingelegt. Von da aus liefen wir bei besten Bedingungen zum Hugisattel (4088m) hoch. Beim Hugisattel angekommen zeigte sich uns ein bezaubernder Blick in Richtung Süden, während dem sich uns die Sicht gegen Norden allmählich verschloss. 

Beim Hugisattel errichteten wir ein Depot um von da aus den letzten Abschnitt zum Gipfel ohne Skis jedoch mit Steigeisen und möglichst geringer Ballast in Angriff zu nehmen. In 2er und 3er Seilschaften kletterten wir bei doch eher schwierigen Bedingungen mit viel Neuschnee den atemberaubenden Agassizgrat hoch zum Finsteraarhorn (4274m). Nach obligatem Gipfelfoto mit SAS-Wimpel und einer gemütlichen und windstillen Pause mit grandioser Aussicht ging es den gleichen Nordwest-Grat wieder runter zum Hugisattel. 

Bei zuerst guten Schnee- aber schlechten Sichtverhältnissen fuhren wir hinunter bis zum Frühstücksplatz. Danach wurde die Sicht besser und der Schnee (oder die Beine) schwerer. Bei der Finsteraarhütte angekommen genossen wir das Hüttenleben und der eine oder die andere nützte die Möglichkeit sich auszuruhen.

Am Sonntagmorgen machten wir uns auf zum vorderen Galmihorn (3507m). Bei besten Pistenbedingungen (sic!) kurvten wir über den Finsteraargletscher bis zum Galmigletscher und fellten da unsere Felle an. Beim gesamten Anstieg bis zum vorderen Galmihorn durften wir erneut viel Sonne tanken und die eindrückliche Ostflanke des Finsteraarhorns bestaunen. Jonas Schild ist diese Ostflanke schon hochgeklettert und hat davon geschwärmt.

Vom Galmihorn den Bächigletscher runter konnten alle noch einmal richtig schöne Schwünge in den Schnee zeichnen und die für die meisten Teilnehmenden letzte Abfahrt so richtig geniessen. Dem schönen und warmen Wetter fiel aber der Talabfahrt-Schnee etwas zum Opfer und so durften wir die letzte Stunde bis nach Reckingen bei Frühlingsstimmung wandernd zurücklegen. 

Die ausserordentlich schöne und beeindruckende Tour kam damit zu einem Ende. Schön war es dieses Erlebnis mit SASlern teilen zu können. Ein grosser Dank gebührt den Bergführern Toni Dinkel, Jonas Schild und Yannick Glatthard, dem Organisator Jürg Schweizer sowie der SAS Alpin-Stiftung. Auf weitere erinnerungswürdige Skitouren!

Miro Vuille, für die ComCom


Bergführer:
Toni Dinkel (SAS Bern)
Jonas Schild (SAS Bern)
Yannick Glatthard

Teilnehmende:
Marc Achermann (SAS Zürich)
Philipp Egli (SAS Lausanne)
Gian-Andrea Hehli (SAS Zürich)
Thomas Hug (SAS Zürich)
Tom Kessler (SAS Zürich)
Matthias Nyikos (SAS Zürich)
Florian Schmid (SAS Zürich)
Miro Vuille (SAS Fribourg)
Simon Wälchli (SAS Zürich)
Theresa Hempel

Fotos